17 September 2014

IN NORWAY IT’S EASY TO BE EVIL

Der Untergang des Abendlandes vollzieht sich in elliptischen Schwingungen. Und obwohl selten genug offen sichtbar, wird der Effekt des Realen letzten Endes jeden mit vernichtender Brutalität treffen. So bricht der norwegische Black-Metal Anfang der Neunziger Jahre mit kristallklarer Wucht in die Scheinheiligkeit des real existierenden Liberalismus. Die rohe musikalische Anti-Produktion und der genuine Krächzgesang reißt eine klaffende Wunde in die selbstgefällige sterile Produktion, die jede Negation und Abweichung bis dahin zuverlässig in den positivistischen Rhythmus totaler Transparenz auflöste. Urplötzlich wird der Zusammenbruch der westlichen Metaphysik greifbar und zum tödlichen Ernst der Kunst, kostet die Akteure nicht zuletzt das Leben.

An den dunklen Rändern skandinavischer Ordentlichkeit bricht sich eine radikal nihilistische, heidnische und menschenfeindliche Haltung ihren Weg, um nichts weniger als die Limitierungen der realen Welt zu überwinden. Ein großer, fragwürdiger Moment der Kunst. Der verbotene Ernstfall tritt ein und die Eruption wirklichen Geschehens ergeht sich in einer unmittelbaren Lebenspraxis. Aus der Hybris jungmännlicher Allmachtsfantasien löst sich ein dumpfer Schrei, löst sich die bürgerliche Erstarrung und der Wahnsinn kreativen Schaffens wird für einen kurzen Augenblick sichtbar. Die Druckwelle dieser selbst geschaffenen und selbst erlebten Oper aus innovativer Musikform, Anti-Kultur des Bösen und apokalyptischem Real-Theater spült die Gesellschaft an ihrem wörtlich genommenen Abgrund wieder frei.

Im flüchtigen Moment eines solchen Gesamtkunstwerks entstehen Bilder direkt aus der Schöpferkraft des kreativen Unwohlsein heraus. Wie dokumentiert sich in rationaler Wissenschaft eine solche Wucht am gesellschaftlichen Abgrund, ein solcher Moment der ungeheuren Wahrhaftigkeit im völligen Kontrollverlust, schlau und ohne Ironie, zugleich dumm und distanzlos, und von seltener Kraft und Klarheit?

Die Konfrontation mit den Bildern ist nicht historisch. Die Frage nach dem Hintergrund der Entstehung ist keine Zeugenbefragung oder ein Forschen als Nachgehen. Sie wird vielmehr zur Herausforderung an das künstlerische Ablegen, zur archäologischen Forderung an die Geschichtsschreibung, sich zu bekennen zu dem, was wirklich passiert ist. Nur die künstlerische archäologische Progression verweist auf das wirkliche Geschehen der Gegenwart, verankert im Unendlichen des Möglichkeitshorizontes. Das Darunterliegende erkennt für einen Augenblick nur eine Archäologie des fotografischen Bildes; in der unwahrscheinlichen Provokation von Wahrhaftigkeit in einem zeitgenössischen Portrait eines Freundes.

http://gruppehalf.com/

Archaeological Progression | Collaborative work with Kurt Heuvens | Düsseldorf | Germany | 2014

10 July 2016

BLUE WAY GALAXY

Archaeological Progression | Analog Medium Format | Iceland | 2016 | Work in Progress

10 June 2016

WE ALIENS ALL SUCK

It’s all because we happened to see clearly where we had to navigate although the situation was dreary. Everything considered to be verifiable, everything correct, every number a connection. But unfortunately, life is not.

Archaeological Progression | Analog Medium Format | Wild Blue Yonder | Rubber Mask | Iceland | Belgium | 2015/16 | Work in Progress

15 May 2014

BEACH MOONING

Archaeological Progression | Analog Medium Format | Zeebrugge | Belgium | 2014/15

21 April 2014

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Yohakupeeji | Japan | 2014

THE IMMACULACY OF MOCKUP

Opening Reception
on Friday | May 30th 2014 | 4 p.m.

May 30th to July 20th 2014

At Gallerí Klúka/Pool House | Hótel Laugarhóll | Bjarnarfjörður | 510 Hólmavík | Iceland | http://www.laugarholl.is/

28 November 2013

DANSE MACABRE

»A Nicaise de Cambray, paintre, demourant en la ville de Bruges quant il a joué devant MdS en son hostel avec ses autres compaignons, certain jeu, histoire et moralité sur le fait de la danse macabre.«
Reenactment | Zeebrugge | Belgium | 2013

24 September 2013

MOCKUP

Digital Images Mounted on Board Icosahedron | Analog Medium Format | Zeebrugge | Belgium | 2013/14

6 August 2013

Human Remains

Archaeological Progression | Denmark, Iceland | 2013

6 August 2013

Archäologische Progression

Fotografie als grabgebendes Verfahren | Entwurf | August 2013

8 July 2013

Pierre tombale – Le tour est joué.

Plage de la Torche | France | 2013